
Warum wir unsere IP55-Heizgeräte besonders gründlich testen
Badezimmer sind für Elektronikgeräte äußerst unfreundliche Umgebungen. Stellen Sie sich vor: Es gibt dichten Dampf, direkten Wasserspritzer aus der Dusche – und die Temperaturen können innerhalb von Minuten von eisig kalt auf brennend heiß wechseln.
Wir bauen unsere Tischheizgeräte nach dem IP55-Standard. Doch eine solche Zertifizierung bedeutet nicht viel, wenn das Gerät bereits nach sechs Monaten Nutzung kaputtgeht.
Das Problem mit Dampf
IP55 klingt zwar gut – das bedeutet schließlich, dass das Gerät Staub sowie einige Wassernadelstrahlen aushalten kann. Doch Dampf ist eine andere Geschichte. Wasserdampf kann durch Dichtungen dringen, die flüssiges Wasser nicht durchlassen können. Sobald er im Inneren des Geräts angekommen ist, setzt er sich auf die elektrischen Anschlüsse und die Glühbirnengehäuse ab. Das führt zu Rost und Korrosion – und letztendlich zu gefährlichen elektrischen Entladungen.
Um das zu verhindern, führen wir „Feuchtigkeitstests“ durch. Im Prinzip stecken wir diese Heizgeräte in eine Kammer und belasten sie dort wochenlang mit intensiver Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Wir wollen, dass die Dichtungen oder Kabelverbindungen in unserem Labor versagen – nicht im Badezimmer des Kunden.
Der „Atmungseffekt“
Infrarotelemente werden extrem heiß. Wenn man den Schalter ausschaltet, ziehen sich die Materialien im Inneren des Geräts beim Abkühlen zusammen. In einem feuchten Raum entsteht dadurch ein „Atmungseffekt“: Das Gerät saugt buchstäblich feuchte Luft in sein Chassis hinein.
Wir verbringen viel Zeit damit, zu beobachten, wie die Dichtungen damit umgehen. Wenn eine Dichtung schrumpft oder brüchig wird, ist die IP55-Zertifizierung hinfällig. Wir öffnen die Geräte, um nach Korrosion an den Kabeln zu suchen und sicherzustellen, dass die Isolierung weiterhin ihre Funktion erfüllt.
Die optimale Lösung finden
Man könnte denken: „Einfach die Dichtungen fester machen!“ Doch das hat einen Haken: Wenn die Dichtungen zu luftdicht sind, bleibt die Wärme im Inneren des Geräts zurück. Dadurch überhitzen die Elektronikkomponenten, und die Kondensatoren sterben früh ab.
Es handelt sich dabei um ein Gleichgewichtsproblem. Wir müssen herausfinden, wie man die Feuchtigkeit draußen hält, ohne die internen Komponenten zu beschädigen. Dafür braucht man kluge Belüftungsmaßnahmen, effektive Kühlungssysteme sowie viele Tests. So können wir sicherstellen, dass das Heizgerät trocken bleibt und viele Jahre lang funktioniert.